Hallo Daniel,
spannendes Projekt

klingt nach einem richtig durchdachten Wohnzimmerkino.
Kurzfassung vorweg: Ich würde dir in deinem Setup klar zu einem Center raten und eher kein 4.1.2 ohne Center planen.
Bei einem TV-Setup (also keine akustisch transparente Leinwand) ist der Center aus meiner Sicht extrem wichtig – vor allem für Sprachverständlichkeit. Auch wenn Phantom-Center theoretisch funktioniert, klappt das in der Praxis wirklich gut nur dann, wenn man ziemlich exakt mittig sitzt. Sobald man leicht nach links oder rechts rutscht (was im Wohnzimmer fast immer der Fall ist), wandert die Stimme hörbar zur Seite.
Bei 2,65 m Abstand zwischen den Frontlautsprechern wird dieser Effekt sogar noch stärker. Der Phantom-Center wird breiter und weniger stabil, besonders bei Dialogen. Das kann zwar beeindruckend klingen, ist auf Dauer aber oft anstrengend.
Du hast mit deiner Bafflewall eigentlich ideale Voraussetzungen für einen guten Center:
gleiche Bauweise wie L/R
gleiche Chassis
gleiche Einbauhöhe (wenn möglich)
perfekte klangliche Homogenität
Wenn du sowieso selbst baust, wäre es aus meiner Sicht fast verschenkt, keinen passenden Center mitzunehmen.
Zum Thema 4.1.2:
Das funktioniert, aber ist meiner Erfahrung nach eher eine Kompromisslösung. Atmos-Effekte profitieren zwar von den Höhenlautsprechern, aber wenn Dialoge nicht sauber und stabil aus der Mitte kommen, bringt dir das immersive Feld am Ende weniger. Für Filme ist der Center einfach das Arbeitstier.
Meine persönliche Empfehlung für dein Szenario:
Ein 4.1.2 würde ich nur dann in Erwägung ziehen, wenn:
absolut kein Platz für einen Center da ist
oder ausschließlich allein und immer exakt mittig geschaut wird
Beides trifft bei den meisten Wohnzimmerkinos eher nicht zu
LG
Nils